Branchen in Franken (Folge 1): Print- & Mediendesign

zeitungsstand

In unserer neuen Rubrik Branchen in Franken sind unsere fränkischen Unternehmerinnen und Unternehmer im Fokus: hier stellen wir Branchen und Unternehmen vor, die man in unserem beschaulichen Franken vielleicht nicht so präsent erwartet hätte und doch gibt es sie.

 

In der heutigen ersten Folge: Es muss nicht gleich New York sein – Print & Mediendesign im Herzen Frankens

In Zusammenarbeit mit: Jochen Ehmler, Gründer und Inhaber von Lettershop.de (http://www.lettershop.de/)

Auch wenn es keine wirklich magische Formel gibt, wie man ein ansprechenden Printdesign erstellt, weil es immer auch darauf ankommt, für wen das Produkt bestimmt ist, ist es gleichzeitig aber auch kein Hexenwerk. Es gibt hier Richtlinien, an die sich die meisten Designer, Werbefachkräfte und Spezialisten halten. Der wichtigste Grundsatz ist hier, alles lesbar und übersichtlich zu halten. Eine überfrachtete, kleinbedruckte Seite, deren Text keine Absätze, Überschriften oder Bilder hat wird die meisten Leser eher abschrecken, es sei denn, das Geschriebene ist derartig wichtig, dass ihr Leben davon abhängt. Wer aber die Leser davon überzeugen muss, sein Printprodukt zu erwerben, und das sind dann doch die meisten, tut gut daran, auf eine leserfreundlichere Gestaltung abzuzielen.

An erster Stelle steht hier der sogenannte Satzspiegel, d.h. das festgelegte Verhältnis von bedruckter Fläche zu Papierfläche. Dieser ist für jedes Druckprodukt unterschiedlich, je nach dem, ob es sich um eine Zeitung, ein Buch ein Katalog etc. handelt. Er legt in genauer Weise die Breite der Ränder fest. In der Fachsprache wird der Rand nach innen als Bund bezeichnet, nach oben als Kopf, nach außen als Außenrand und nach unten als Fuß. Bei der Gestaltung von Büchern wird als optimales Verhältnis normalerweise, d.h. sofern man nicht an Papier sparen will bzw. muss, ein Verhältnis von 8:5 von Gesamt- zu bedruckter Fläche betrachtet. Das Verhältnis der Ränder zueinander beträgt hierbei 2:3:4:6 an Kopf, Außenrand, Bund und Fuß. Durch den Satzspiegel wird auch festgelegt, welche Schriftart, Zeilenabstand und Schriftgröße jeweils für den Haupttext, die Überschriften sowie die Kopf-und Fußzeilen verwendet werden sollen.

 

Das Auge liest mit: Wahl der Schriftart

 

schriftart

Bei Schriftarten wird zwischen Schriften mit Serifen, d.h. Abschlussstrichen an Kopf und Fuß und Schriften ohne Serifen unterschieden. Beispiele für erstere sind Times New Roman und Courier, eine der bekanntesten serifenlosen Schriftarten ist Arial. Für Schriftfamilien, die keiner von beiden Gattungen zuzuordnen sind, so z.B. Zapf, gibt es keine eigene Bezeichnung. Unter Schriftfamilie werden hierbei sämtliche Garnituren einer Schriftart bezeichnet, d.h. kursiv, fett usw.

Bei der Schriftgröße gelten 9 bis 12 Punkte allgemein als am besten lesbar. Ein Punkt steht hierbei für 0,376 mm, wobei die Gesamthöhe des Buchstabens inklusive Ober- und Unterlängen gemessen wird. Das berühmt-berüchtigte Kleingedruckte wird als Konsultationsgrößen bezeichnet und misst meist 6-8 Punkte. Für Logos und Schlagzeilen werden sogenannte Schaugrößen von 14 Punkten oder mehr verwendent. Bei der Zahl der verwendenten Schriftfamilien gilt es zu beachten, im Allgemeinen nicht mehr als zwei Schriftfamilien pro Text zu wählen. Andernfalls kann das Schriftbild leicht sehr unruhig wirken.

 

Das Layout hängt von kulturellen Gegebenheiten ab

Der Satzspiegel bestimmt weiterhin auch die Anzahl und die Breite der Textspalten. Dabei wird auch dem typischen Leseverhalten eines Orthonormal-Lesers Rechnung getragen. Dieses bildet, wie Forscher herausgefunden haben, die Form eines Z: der Blick schweift also von links oben nach rechts, und dann diagonal nach links unten und von dort nach rechts unten. Diese Gewohnheiten sind allerdings kulturell bedingt und gelten für alle Sprachen, deren Schriften links nach rechts und von oben nach unten geschrieben werden. Dazu zählen unser lateinisches Alphabet sowie z.B. das griechische und kyrillische. Ein Leser, der ein anders aufgebautes Schriftsystem gewohnt ist, beispielsweise ein Japaner oder Araber, wird ein anderes Leseverhalten zeigen und dementsprechend ein anderes Layout bevorzugen.

bayern franken

Für unsere typischen Gewohnheiten gilt jedenfalls, dass die wichtigsten Layoutelemente, d.h. Schlagzeilen, Fotos etc. typischerweise oben rechts und links sowie unten rechts und links platziert werden. Bei Doppelseiten gilt zudem, dass der Blick typischerweise eher auf die rechte Seite gerichtet wird. Daher findet sich die erste vollständig bedruckte Seite eines Buches und auch eines neuen Kapitels auch immer auf der rechten Seite. Es geht sogar noch weiter: für Anzeigen auf der rechten Seite werden höhere Preise bezahlt als für Anzeigen auf der Linken. Diesen Gewohnheiten tragen Grafiker und Druckspezialisten auch Rechnung, und zwar für jede einzelne Seite. Vor jeder konkreten Textgestaltung wird daher ein sog. Scribble erstellt, d.h. eine grobe Skizze des Layouts, bei der festgelegt wird, wo Texte Bilder und Überschriften positioniert werden und in welcher Größe.


Förderung für Fränkische Gemeinden

franken

Im Rahmen von Förderungsmaßnahmen für die Region wurde nun beschlossen, Fördergelder in Höhe von 4,6 Millionen Euro für Gemeinden in Franken und der Oberpfalz zur Verfügung zu stellen.

Die Beschlüsse hierzu wurden am Montag, dem 04.07 von Finanz- und Heimatminister Markus Söder gefasst. Demnach wird Oberfranken im Rahmen dieser Maßnahmen 1,7 Millionen € erhalten, Mittelfranken 1,5 Millionen €, Unterfranken 900.000 € sowie Neumarkt in der Oberpfalz 115.000 €.

 

Förderung ehemaliger Truppenstandorte

Ebenfalls angekündigt wurden Förderungen im sog. Konversionsmanagement. Dieses betrifft Gemeinden, deren Wirtschaft als Truppenstandort vor allem von dort stationiertem Militär abhängt. Im Rahmen der zunehmenden Abzüge bzw. Verkleinerungen von Bundeswehr- und US-Army-Standorten sehen sich viele Gemeinden in der Bredouille.

 

Förderung der ländlichen Regionen

Die Gelder seien dazu bestimmt, so Söder, die ländlichen Regionen für die Herausforderungen des wirtschaftlichen Wettbewerbs, des demographischen Wandels und der Siedlungsentwicklung fit zu machen und gleichzeitig die regionale Identität der ländlichen Regionen zu sichern. Zuvor wurden bereits an Gemeinden und Städte in anderen Teilen entsprechende Fördermaßnahmen in Höhe von rund 5 Millionen € ausbezahlt.


Fränkische und Tschechische Zusammenarbeit

Zusammen mit dem Experten für Außenhandel Herrn Dr. Hans Kolb bereiste eine Gruppe oberfränkischer Unternehmer und Vertreter der IHK Bayreuth das angrenzende Nachbarland, die Tschechische Republik. Historisch sind beide schon lange miteinander verbunden, im Zeichen der europäischen Einigung wird auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit immer wichtiger. Insbesondere die Gegenden um Karlovy Vary (Karlsbad) und Cheb (Eger) sind wichtige Partner.

Präsidium der IHK Nürnberg für Mittelfranken Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch, Harald Leupold, Paul Heinz Bruder, Christine Bruchmann, Prof. Dr. Christian Rödl, Präsident Dirk von Vopelius, Sebastian Schwanhäußer, Erika Gruber, Hannes Streng, Wolfgang Bastert und Frank A. Dassler. (v.l.n.r., Foto [M]: IHK Nürnberg/Fuchs)

Präsidium der IHK Nürnberg für Mittelfranken – Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch, Harald Leupold, Paul Heinz Bruder, Christine Bruchmann, Prof. Dr. Christian Rödl, Präsident Dirk von Vopelius, Sebastian Schwanhäußer, Erika Gruber, Hannes Streng, Wolfgang Bastert und Frank A. Dassler. (v.l.n.r., Foto [M]: IHK Nürnberg/Fuchs)

Bei den Treffen mit tschechischen Amtskollegen zeigte sich, dass die Probleme auf beiden Seiten der Grenze die gleichen sind. Vor allem der Mangel an Fachkräften und die noch immer mangelhafte Infrastruktur seien Hauptprobleme. Die Verkehrsanbindungen seien sowohl per Zug als auch per Autobahn noch immer unzureichend. Die Politik solle hier die nötigen Voraussetzungen schaffen und den europäischen Binnenmarkt nicht an kleinlicher Bürokratie zerschellen lassen. Der Vorsitzende der Handelskammer Eger Josef Ciglanský  und Geschäftsführer Stanislav Kříž ließen Ähnliches verlautbaren. Sie selbst böten Unternehmern alle Möglichkeiten zum Aufbau von Geschäftsbeziehungen, aber dazu müssten auch die Verkehrswege angepasst werden.

Radek Pasava, Leiter der Handelskammer Sokolov (Falkenau) stellte klar, dass das örtliche Dienstleistungsgewerbe auf den Warenaustausch mit dem EU-Ausland dringend angewiesen sei. Die Firmendirektoren aus Oberfranken nahmen die Gelegenheit zum Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen auch gleich wahr. Pasava wies gleichzeitig auf ein großes Problem hin: immer mehr tschechische Arbeitskräfte würden eher in Deutschland ihr Glück versuchen, da das Lohngefälle noch immer beträchtlich sei.

tschechien

Verwaltungsgebäude der Handelskammer Sokolov

In Prag trafen sich die Oberfranken mit Bernard Bauer, Geschäftsführer der deutsch-tschechischen Handelskammer. Im Mittelpunkt der Gespräche standen aktuelle Fragen und Probleme der tschechischen Wirtschaft, der Wandel im Industriegewerbe sowie die Forschungs- und Innovationsförderung. Die Bilanz der Reise ist überaus positiv. Florian Eagan vom Gesundheitsdienstleister Gedikom jedenfalls zeigt sich zufrieden mit den Resultaten, man plane bereits eine Zusammenarbeit mit den Kuranlagen in Františkovy Lázně (Franzensbad), allein dafür habe sich die Reise gelohnt. Bernd Aßmann, Präsident des Außenhandelsausschusses der IHK, sieht in der Reise ein Zeichen für eine Trendwende. Wozu in die Ferne schweifen, wenn die direkten Nachbarn so viele Chancen bieten, und man überdies viel mit ihnen gemeinsam hat.


Informationsabend: neuer Siemens Campus

siemens campus

(Bildnachweis: www.siemens.com/press)

Heute Abend soll ein gemeinsam von der Stadt Erlangen und der Firma Siemens organisierter Informationsabend über den neuen Siemens-Campus stattfinden. Dieser ist mit einem Wert von rund 500 Millionen Euro das bislang größte Bauvorhaben des Konzerns.

Dabei soll das bislang umgrenzte Werksgelände im Süden von Erlangen in einen neuen Stadtteil samt öffentlicher Restaurants und Cafés sowie neuer Bürogebäude umgeformt werden.

 

Bauarbeiten noch in diesem Jahr

Zunächst sollen dreizehn Bürogebäude sowie ein Hochhaus von 70 Metern Höhe errichtet werden. Die Pläne hierfür können von allen interessierten Bürgern im Stadtplanungsamt in der Gebbertstraße 1 eingesehen werden. Bis zum 15. Juli sollen sie dort öffentlich ausliegen. Das Unternehmen hofft, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können.

 

Die Anträge bzw. Bebauungspläne gibt’s hier:

http://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1289/275_read-31747/

 


Pilot-Projekt: Bewässerungsanlage für Fränkische Weinberge

weinberg

Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner startete kürzlich bei Thüngersheim bei Würzburg ein Pilotprojekt, das eine dezentrale Bewässerung von Weinbergen ermöglichen soll. Die Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim will damit einen Versuch starten, eine wasser- und geldsparende Methode zur Bewässerung von Weinreben zu betreiben.

Bei der Technik handelt es sich um die in Israel entwickelte Tropfbewässerung. Bei ihr werden lange Wasserschläuche verlegt, in denen alle 50 Zentimer kleine Löche eingebohrt sind. Pro Stunde kommen genau 1,6 Liter Wasser aus jedem dieser Löcher, die tropfenweise und direkt an den Wurzeln die Erde bewässern.

 

Unschlagbar günstig

Die Anlage ist zwar auf dem Stand der Dinge, dabei aber gleichzeitig erstaunlich günstig. Gerade mal 8000 € kostet die Anlage, die vom israelischen Bewässerungsunternehmen Netafim entwickelt wurde. Das klingt zwar viel in den Ohren eines Otto-Normal-Verbrauchers, verblasst aber im Vergleich zur Speicherseeanlage im nahegelegenen Volkach, die es pro Hektar (!) auf 40.000 € Kosten bringt, und selbst andere konventionelle Methoden sind unter 20.000 kaum zu haben.

bewaesserung

Wasserwerfer: Diese verschwenderische Bewässerungstechnik soll bald der Vergangenheit angehören.

 

Nicht nur für Großwinzer geeignet

Im Gegensatz zu bisherigen Projekten handelt es sich bei der Tröpfchenbewässerung um eine unkomplizierte Technik, die auch kleinere Winzer ohne fremde Hilfe installieren können. Zudem ist sie aufgrund ihres günstigen Preises auch ohne Probleme bezahlbar. Dafür sorgt auch die Tatsache, dass mobile Wassersilos zum Einsatz kommen, die den für die Bewässerung notwendigen Falldruck sicherstellen. Diese werden mit Wasser aus einer Quelle bei Thüngersheim gefüllt, die vor allem im Winter viel Wasser führt. Anschließend wird das Wasser gespeichert und in den Sommermonaten, wenn die Weinreben wachsen, verbraucht. Das schont auch die Umwelt, denn so muss bei Hitze und Dürre nicht auch noch Wasser aus dem Main eingesetzt werden, der ohnehin schon oft einen niedrigen Wasserstand hat.

Hier geht’s zur Bildergalerie des BR

 

Innovation im Zeichen des Klimawandels

Dass Technik aus dem trockenen, wüsten Israel in Unterfranken zum Einsatz kommt, mag verwundern. Tatsächlich aber zählt die Region zu den trockensten von Bayern, und die immer heißer werdenden Sommer tragen weiter dazu bei. Zum Vergleich:  in der Gegend um Regensburg fallen über 1000 Liter pro Quadratmeter an Regen pro Jahr, in Unterfranken gerade mal knapp über 500. Wie in Israel ist Wasser hier sehr kostbar, für die Landwirtschaft und erst recht für den Weinbau.